Neues Land | Neues Reiseabenteuer!

Da sind sie endlich wieder!

Ja, auch wir Weltenbummler haben es ins neue Jahr geschafft und natürlich haben wir auch noch ein paar Reiseberichte im Gepäck. Also. Wo waren wir doch gleich stehen geblieben? Richtig. Wir nahmen so langsam Abschied von China. Etwas traurig waren wir schon, denn der Westen Chinas, die Seidenstraße waren für uns etwas Besonderes gewesen. Aber irgendwie wollten wir auch weiter…

Aber wohin ging die Reise denn nun eigentlich? Hier ein paar Hinweise:

  • Die Gründung dieses Staates wurde am 14.05.1948 proklamiert.
  • Es handelt sich um die 34.-größte Volkswirtschaft der Welt (Stand 2016).
  • Der Staat ist gerade einmal 22.380 qkm groß.
  • Nur Eritrea, Norwegen und Schweden sehen neben diesem Staat eine Wehrpflicht auch für Frauen vor.
  • Es ist der einzige Staat, in dem Juden die Bevölkerungsmehrheit bilden.
  • Man nennt es auch das Heilige Land…

Na, erraten? Bestimmt. Unser Ziel war Israel! Und warum? Weil das Land eine so unvergleichliche Geschichte hat, weil man hier vielleicht die größten Kontraste zwischen Kultur, Religion und Moderne vorfindet und weil man hier so unglaublich viel Altes entdecken kann. All das machte uns einfach neugierig!

Teil 1: So reisten wir an

Kleiner Hinweis vorab: Alle, die unsere vielen Anreise- und Preisgeschichten etwas zu mühsam finden, überspringen bitte nachfolgenden Text und gehen direkt zu Teil 2 über : )

Noch in China: Von Tulufan ging es wieder nach Urumqi. Geplant war die günstige Bummelbahn ab dem 50 km westlich liegenden Bahnhof. Allerdings fuhr an dem Tag dann irgendwie doch kein Bus bis zum Bahnhof und so planten wir spontan um: Wir fuhren die gesamte Strecke via Bus. Ab Busplatz (Chunshu Road): 46 RMB / ca 5,90 EUR pP; Start Tulufan 10:25 Uhr, Ankunft Urumqi 13:30 Uhr; ab hier weiter mit Bus No. 109 bis zum Hotel: Home Inn (Xihong East Road 179). Hier gab es ein etwas abgelebtes, aber völlig ausreichendes Doppelzimmer inkl Privatbad für 164 RMB / ca 21 EUR pro Nacht.

Ein letztes Mal schlenderten wir durch Urumqi, dieses Mal direkt durch das Zentrum, das allerdings etwas weniger Atmosphäre hatte als erhofft, da es von einigen Hochhäusern und vielen Menschen geprägt ist. Immerhin aber war der Xinjiang International Grand Bazaar (Tianshan Qu, Wulumqi Shi) recht sehenswert.

P1030457P1030465P1030461Und dann ging es auch schon in die Luft: Von Urumqi mit der russischen Airline S7 nach Moskau; 5 1/2 h Flug, 1 h Verspätung. Und was macht man, wenn man auf russischem Boden zwischenlandet? Genau, etwas trinken. In einer Flughafen-Bar teilen wir uns ein Guinness (500 ml für 550 RUB / ca 8,00 EUR) und einen Wodka (40 ml für 330 RUB / ca 4,80 EUR). Nicht übel!

Ab Moskau ging es dann weiter mit der israelischen Airline El Al. Aber Moment, vorher war da noch etwas: Alle Transit-Reisenden und vielleicht auch sonst Auffälligen mussten sich vor dem Boarding einer Befragung unterziehen. Das ist normal, jedenfalls, wenn man nach Israel reist. Und wenngleich wir nichts zu verheimlichen hatten, waren wir ein bisschen aufgeregt. Die Fragen entpuppten sich aber erfreulicherweise als harmlos, hier ein kleiner Überblick:

  • Warum wir nach Israel wollten (Tourismus, Business…),
  • ob, ggf wann und aus welchem Grund wir schon einmal in einem Land im Nahen Osten waren,
  • wie unser Beziehungsstatus ist,
  • wohin wir zuletzt gereist waren,
  • welche Ziele wir in Israel hatten (Städte, Sehenswürdigkeiten… ggf. verbunden mit Detailfragen, sofern man bspw. die Stadt Akko oder das Tote Meer angegeben hatte),
  • wie lange wir insgesamt bleiben wollten,
  • ob und ggf. welche Unterkünfte wir bereits gebucht hatten.

Klar, ein bisschen befremdlich war die Befragung schon, zumal man derlei Einzelheiten vorher so noch nie von uns wissen wollte. Aber nach ein paar Minuten Rede-und-Antwort-Stehen hatten wir es dann auch schon geschafft. Es ging ab in den Flieger und nach weiteren 4 h erreichten wir dann endlich den Flughafen Tel-Avivs, Ben Gurion. Allerdings waren wir nicht ganz vollständig, unser in Urumqi aufgegebenes Gepäck hatte es irgendwie nur bis nach Moskau geschafft. Das scheint aber immer mal wieder der Fall zu sein, denn die Airline nahm völlig routiniert unsere Daten auf und bewaffnete uns sodann mit zwei kleinen Notfalltaschen, die Zahnbürsten, -pasta, Duschbad, Shampoo, sogar einen Schlafanzug uvm enthielten.

Ab Flughafen ging es dann weiter mit dem Zug bis in die Stadt, Haltestelle Ha’Hagana (12 min Fahrt für 13,50 NIS / ca 3,20 EUR pP). Dort besorgten wir uns zunächst eine RavKav Card und eine SIM Card. Hier kurz die Details:

  1. Die RavKav ist eine Guthabenkarte für den öffentlichen Nahverkehr Israels (ausgenommen arabische Busse). Sie ist kostenlos und man bekommt durch sie einen kleinen Fahrrabatt. Schalter, an denen man die RavKav Card erwerben kann, finden sich in Tel-Aviv zB an den Haltestellen Ha’Hagana und Savidor. Als Identitätsnachweis dient der Reisepass, es wird ein Foto gemacht und nach nur 5 min hält man das Plastikteil auch schon in den Händen. Und damit geht es dann zum Aufladen an den Automaten: Wir zahlten 100 NIS / ca 23,90 EUR ein und erhielten dafür einen Wert von 125 NIS / ca 30 EUR. Immerhin!
  2. Und die SIM Card? Die gab es für 70 NIS / ca 16,80 EUR in einem kleinen Straßenladen: 1 Monat Laufzeit, 6 GB Datenvolumen. Für geplante zwei Wochen Israel war das zwar etwas teuer, aber so ganz ohne Internet wollten wir auch nicht sein. Also kauften wir zumindest eine…

Von Ha’Hagana machten wir uns dann auf den Weg zum Hostel. Unser Domizil war das Milk & Honey, das liebevoll eingerichtet und sauber ist. Nur der Preis schmerzte etwas, denn für ein Doppelbett im Schlafsaal zahlten wir 160 NIS / ca 38,30 EUR, immerhin aber gab es dazu noch ein leckeres kleines Frühstück. Nach dem langen Tag fielen wir dann auch schnell ins Bett; gut so, denn am nächsten Tag ging es direkt weiter zu unserem ersten Ziel: Akko (auch Acre oder Akkon) im Norden Israels.

Und damit die Sache rund wird, auch hierzu noch schnell unsere Anreise (Keine Sorge, ihr habt es gleich geschafft!): Am nächsten Tag liefen wir vom Milk & Honey etwa 30 min zurück bis zur Station Ha’Hagana. Hier nahmen wir den Zug bis Akko (35,50 NIS / ca 8,50 UR pP). Nach etwa 1,75 h erreichten wir den Bahnhof Akkos, von dem aus wir wiederum etwa 20 min bis zum nächsten Domizil liefen, dem Akko Gate Hostel. Ein Bett im sehr simplen und abgelebten 6-Mann-Schlafsaal kostete stattliche 86 NIS / ca 20,80 EUR pP… Aber so ist es nun mal in Israel. Nicht unbedingt günstig. Ach, bevor ich es vergesse: Am Folgetag brachte uns die Airline unser Gepäck nach Akko, ganz wie verabredet. Super Service! Und so waren wir nun wieder komplett : )

Teil 2: Unsere erste Etappe in Israel

Akko ist eine etwa 48.000 Einwohner umfassende alte Hafenstadt an der Mittelmeerküste im Nordbezirk Israels. Wir wohnten und bewegten uns hier die meiste Zeit in der Altstadt, die zwar recht klein, aber dafür richtig schön verwinkelt, vom Meer umgeben und insgesamt einfach nur liebenswert ist.

P1030944P1030950P1030955P1030968Im Jahr 2001 wurde die Altstadt zum Weltkulturerbe erklärt, die Glanzzeit des Tourismus in Akko scheint allerdings schon einige Jahre vorbei zu sein. So verweilten wir bspw an den Abenden gern auf der eigentlich attraktiven Stadtmauer, deren Umfeld aber zugleich eine kleine wachsende Müllhalde zu sein scheint. Daneben gab es zwei Sehenswürdigkeiten, die uns interessiert hätten, die aber leider schon gar nicht mehr zugänglich bzw eben einfach schon eine längere Zeit geschlossen waren: Der Templer-Tunnel und die Karawanserei Khan Al-Umdan… Gleichwohl ein paar Fakten zu beiden: Die Templer waren ein militärischer Mönchsorden, der europäischen Pilgern während ihrer Reisen zu den Heiligen Stätten Schutz anbot. Der in Akko errichtete Tunnel diente dabei als strategische Passage zwischen der Hauptfestung des Ordens und dem Hafen. Karawansereien waren ummauerte Herbergen für Reisende, die zum Teil auch als Warenlager und Handelsplatz genutzt wurden. Die Karawanserei Khan Al-Umdan wurde 1782 von einem ottomanischen Händler errichtet: Ein zentraler Innenhof, zwei Stockwerke mit Gästezimmern, Zollhaus und Lagerräumen. Beides hätten wir uns wirklich gern näher angesehen. Ein bisschen schade.

P1030932Während unserer Zeit in Akko machten wir auch Bekanntschaft mit Jom Kippur. Dabei handelt es sich um den höchsten Feiertag im jüdischen Kalender. Es ist der Tag der Bitte um Vergebung, der Selbstprüfung und der inneren Reflexion. Etwa 70 Prozent der Juden in Israel fasten an diesem Tag und gehen zum Gebet in die Synagoge. Schiffshäfen, Flughäfen sowie sämtliche Geschäfte bleiben geschlossen, es gibt weder Radio- noch Fernsehsendungen, der öffentliche Verkehr steht still und abgesehen von Krankenwagen und Feuerwehr fährt auch sonst kein Auto auf den Straßen. Wir hatten uns daher bereits am Vortag im Supermarkt mit ausreichend Lebensmitteln bewaffnet: Es gab Pita (Fladenbrot), jede Menge Hummus (Kichererbsen-Sesam-Paste! Pfui lecker!), Oliven und Kohlrabi; das alles kostete etwa 20 NIS / ca 4,90 EUR und ergab vier Mahlzeiten für zwei Personen. Und an Jom Kippur selbst genossen wir die Ruhe, denn die Straßen waren fast menschenleer und nur ein paar wenige arabische Cafés und Restaurants hatten zeitweilig geöffnet… Uns erinnerte das fast ein bisschen an das balinesische Neujahresfest (vgl. auch „Nyepi: Tag der Stille oder Hausarrest?“), nur, dass es erfreulicherweise keine Ausgangssperre gab : )

Das war also Akko und wir fanden, Akko fetzt!

P1030960P1030981P1040009Quellen: akko.org.il, wikipedia.org

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